Usedom
Historischer Überblick
In der Altsteinzeit war das Gebiet der heutigen Insel Usedom und dessen
Umgebung noch von den Gletschern der Weichsel-Kaltzeit
bzw. im Süden von den Schmelzwassermassen des Haffstausees und seiner
Abflüsse bedeckt. Erst aus der Mittel- und Jungsteinzeit
gibt es Bodenfunde. Die nach der Völkerwanderung von Osten her in diesen
Raum eingewanderten slawischen Stämme hinterließen
Burgwälle, die im frühen Mittelalter gelegentlich deutschen Städtegründungen
als Anhaltspunkt dienten, wie in Gützkow, Wolgast,
Usedom und Ueckermünde. Die nach 1200 einsetzende deutsche Besiedlung
des flachen Landes bevorzugt die schweren Böden der
Lehmplatten, deren dichte Bewaldung gerodet und auf denen die Dörfer
angelegt wurden. Kulturelle und wirtschaftliche Stützpunkte
waren dabei die schon im 12. Jahrhundert gegründeten Klöster Hilda
(Eldena), Stolpe und Grobe (später Pudagla).
Die Grenzstreitigkeiten zwischen den Herzogtümern Pommern und Brandenburg
führten zur Anlage von Burgen und festen Türmen.
Als Mitglieder der Hanse und durch ihre Lage an der alten Straße von
Stralsund nach Pasewalk nahmen die beiden Städte Greifswald
und Anklam, erstere auch durch die 1456 gegründete Universität, eine
bedeutende wirtschaftliche und politische Position ein.
Der Dreißigjährige Krieg verheerte auch diese Landstriche und führte
neben einer staatlichen Neugliederung (1648 - 1720 war das
Gebiet in schwedischem, 1720 - 1815 zur Hälfte und nach 1815 ganz in
preußischem Besitz) zu einer Vergrößerung der Macht der
Großgrundbesitzer, die sich im 18. und 19. Jahrhundert prachtvolle
Herrensitze erbauten.
Die Anfänge des Badebetriebes auf der Insel Usedom begannen 1824, als
in Heringsdorf die erste Badeanstalt erbaut wurde.
Bald waren die in dichter Folge entstandenen Seebäder ein Tummelplatz
der Erholungssuchenden.
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